Österreich29. August 20262 Minuten Lesezeit

Österreich stellt einige der besten KI-Fachleute Europas. Ein Report der WU Wien hat dafür 2,86 Millionen Beschäftigungsdaten aus acht Jahren durchgesehen, 1,23 Millionen einzelne Erwerbstätige und 123.226 Firmen. Beim fachlichen Tiefgang seiner KI-Leute landet Österreich auf Platz drei von 38 europäischen Ländern. Dann kommt die Zahl, an der die gute Nachricht zerbricht: 97 Prozent der heimischen Firmen beschäftigen keine einzige KI-Kraft.
Genau genommen sind es 2,6 Prozent, die mindestens eine Person in einer Core-KI-Rolle haben. Die Autoren rechnen das in ein Bild um, das hängen bleibt: rund 4.600 Gewinner und mehr als 120.000 Zuschauer.
Die WU fasst ihren eigenen Report in einem Satz zusammen: Österreich habe ausgezeichnete KI-Fachleute, nur zu wenige davon, und die besten gehen weg.
Platz drei beim Können, Platz 19 bei der Dichte
Die Studie misst zwei verschiedene Dinge. Der Tiefgang sagt, wie spezialisiert jene Leute sind, die tatsächlich an KI arbeiten. Die Dichte sagt, wie viele es davon überhaupt gibt, gemessen an allen Beschäftigten. Beim Tiefgang liegt Österreich auf Platz drei, bei der Dichte auf Platz 19, hinter Deutschland, Malta und Island. Auf 1.000 Beschäftigte kommen hierzulande 0,99 Core-KI-Kräfte. In den Niederlanden sind es 2,35.

Der Zuwachs hat sich seit 2019 geviertelt
Der Bestand wächst, aber immer langsamer. 2019 lag der jährliche Zuwachs bei 31 Prozent, 2025 nur noch bei 7,1. In Köpfen gerechnet: 476 zusätzliche Leute im Jahr 2024, 304 im Jahr darauf. Bleibt es bei diesem Tempo, dauert eine Verdopplung der KI-Belegschaft rund fünfzehn Jahre.
Wer Modelle baut, geht am ehesten weg
Über eine ganze Laufbahn gerechnet bleiben 82 Prozent der KI-Leute im Land. Interessant ist, wer zu den übrigen 18 gehört. In der Build-Gruppe, also bei jenen, die Modelle selbst entwickeln, wandern 17 Prozent ab. Bei Sprachmodellen und generativer KI sind es 23,3 Prozent. Von allen, die gehen, ist knapp die Hälfte binnen zwölf Monaten fort. Es verlassen also genau jene das Land, die den technischen Vorsprung ausmachen, für den Österreich europaweit auf Platz drei liegt.
Sechs von hundert sind Berufseinsteiger
Sechs Prozent der KI-Belegschaft waren 2025 Berufseinsteiger. Außerhalb der KI sind es 23 Prozent. Der Nachschub ist damit fast vier Mal dünner als im übrigen Arbeitsmarkt, und die vorhandene Mannschaft altert, ohne ersetzt zu werden. Dazu kommt die räumliche Enge: 60,4 Prozent aller KI-Beschäftigten sitzen in Wien, mit Graz und Linz zusammen sind es über 70 Prozent. Wer in Vorarlberg oder im Burgenland eine KI-Fachkraft sucht, sucht lange.
Für die allermeisten Betriebe im Land steht damit fest, dass die Person, die KI im Haus einführen könnte, dort nicht sitzt und sich auch nicht so bald einstellen lässt. Die Studie zählt 4.600 Gewinner und mehr als 120.000 Zuschauer, und der Unterschied zwischen beiden entscheidet sich derzeit nicht auf dem Arbeitsmarkt. Dort ist kaum jemand zu holen.
Quellen
- State of AI · Austria 2026, Report der Studienautoren (WU Wien) · abgerufen am 29.08.2026
- State of AI · Austria 2026, wissenschaftlicher Report (PDF) · abgerufen am 29.08.2026
- WU Wien: AI Strength in Austrian Businesses · abgerufen am 29.08.2026
Selbst getestet und geprüft von Phil zuletzt am 29. August 2026


