KI-Alltag

ChatGPT, Claude, Gemini, Copilot – wer ist wofür gut?

Kein Testsieger, keine Punktetabelle. Vier Programme, ehrlich nebeneinandergestellt: was jedes gut kann, wo es schwächelt und für wen es sich lohnt.

Anbieter
4Anbieterdie für Deutschsprachige zählen
Einstieg
0 €Einstiegalle vier haben eine Gratisfassung
Vollversion
18–23 €VollversionStand 12. August 2026

Die kurze Antwort

Für die allermeisten Aufgaben ist es fast egal, welches du nimmst. Alle vier schreiben Briefe, fassen zusammen, übersetzen und erklären gut. Der Unterschied entsteht erst bei Spezialfällen – und danach ist diese Seite gebaut.

Wenn du wenig Zeit hast

Such dir die Zeile, die auf dich passt. Alles Weitere darunter ist Begründung.

  • Du fängst gerade erst an

    Größte Auswahl, und zu jeder Frage findest du im Netz eine Anleitung. Wechseln kannst du später jederzeit.

    ChatGPT, kostenlose Fassung
  • Du schreibst viel – Briefe, Angebote, Berichte

    Das sauberste Schriftdeutsch der vier und die wenigsten Floskeln.

    Claude
  • Du arbeitest mit langen Verträgen oder Ausschreibungen

    Behält bei sehr langen Dokumenten am zuverlässigsten den Überblick.

    Claude
  • Du brauchst oft aktuelle Informationen aus dem Netz

    Die Google-Suche dahinter macht sich hier bemerkbar.

    Gemini
  • Du lebst in Word und Outlook

    Weil du das Programm nicht verlassen musst. Das schlägt jeden Testsieg.

    Copilot
  • Du willst Bilder erzeugen

    Claude kann es nicht.

    ChatGPT oder Gemini
  • Es geht um etwas Wichtiges

    Dieselbe Frage bei einem zweiten Anbieter stellen. Gleiche Antwort heißt brauchbar, Widerspruch heißt selbst nachsehen.

    Zwei davon

Nebeneinander

  • ChatGPTOpenAI, USA

    Vollversion
    rund 23 €
    Kostenlos nutzbar
    ja, mit Mengenbegrenzung
    Seite
    openai.com
  • ClaudeAnthropic, USA

    Vollversion
    rund 18 €
    Kostenlos nutzbar
    ja, mit Mengenbegrenzung
    Seite
    claude.com
  • GeminiGoogle, USA

    Vollversion
    rund 22 €
    Kostenlos nutzbar
    ja, großzügig
    Seite
    gemini.google.com
  • CopilotMicrosoft, USA

    Vollversion
    rund 20 €
    Kostenlos nutzbar
    ja, eingeschränkt
    Seite
    copilot.microsoft.com

Preise für die private Vollversion im deutschsprachigen Raum, üblicherweise inklusive Umsatzsteuer, Stand 12. August 2026. Diese Beträge ändern sich mehrmals im Jahr – den verbindlichen Preis nennt nur der Anbieter selbst. Bei ChatGPT gibt es zusätzlich eine günstigere Einstiegsstufe und eine deutlich teurere Profistufe; bei Copilot verschiebt Microsoft die Funktionen gerade in ein größeres Bündel.

Die vier im Einzelnen

ChatGPTOpenAI, USA

rund 23 € im Monat

Das bekannteste. Größte Auswahl an Zusatzfunktionen, sehr viele Anleitungen im Netz.

Stark bei

  • Breiteste Ausstattung: Bilder, Sprache, Dateien, Internetsuche in einem Fenster
  • Für fast jede Frage findet sich online eine Anleitung
  • Gutes Deutsch, auch bei längeren Texten
  • Günstige Einstiegsstufe unterhalb der Vollversion

Schwach bei

  • Neigt stärker als andere dazu, Lücken mit Erfundenem zu füllen
  • Die Oberfläche wird mit jeder Funktion unübersichtlicher
  • Antwortqualität schwankt je nach Auslastung spürbar

Passt für: Wer keinen besonderen Grund für etwas anderes hat. Der vernünftige Standard für den Einstieg.

ClaudeAnthropic, USA

rund 18 € im Monat

Gilt bei langen Texten und beim sauberen Formulieren als besonders gut. Aufgeräumter.

Stark bei

  • Sehr gut bei langen Dokumenten – Verträge, Ausschreibungen, Berichte
  • Bestes Schriftdeutsch der vier, weniger Floskeln
  • Sagt häufiger von selbst, wenn es etwas nicht weiß
  • Ruhige, übersichtliche Oberfläche

Schwach bei

  • Weniger Zusatzfunktionen als ChatGPT
  • Bildererzeugung fehlt
  • In Deutschland und Österreich weniger bekannt, also weniger Anleitungen

Passt für: Wer viel schreibt oder mit langen Dokumenten arbeitet. Büro, Verwaltung, Schriftverkehr.

GeminiGoogle, USA

rund 22 € im Monat

Sinnvoll, wenn du ohnehin Gmail, Google Docs und Android benutzt – dort ist es eingebaut.

Stark bei

  • Beim Nachschlagen aktueller Dinge oft am stärksten, weil die Suchmaschine dahintersteht
  • In Gmail, Docs und Tabellen direkt eingebaut
  • Gut bei Bildern und Sprache
  • Auf Android-Handys ohne Zusatzinstallation da

Schwach bei

  • Antworten wirken oft glatter, aber flacher
  • Die Verzahnung mit dem Google-Konto ist datenschutzrechtlich nicht jedermanns Sache
  • Funktionen und Namen ändern sich häufig

Passt für: Wer den Google-Baukasten ohnehin täglich nutzt.

CopilotMicrosoft, USA

rund 20 € im Monat

Interessant vor allem, weil es in Word, Outlook und Excel eingebaut ist.

Stark bei

  • Direkt in Word, Outlook, Excel und Teams
  • Arbeitet mit Dateien, die ohnehin im Betrieb liegen
  • Für Betriebe mit Microsoft-Vertrag oft der kürzeste Weg zu einem Vertrag

Schwach bei

  • Als eigenständiges Programm schwächer als die anderen drei
  • Die Preisstruktur ist die unübersichtlichste – Einzelabo, Firmenlizenz, Bündel
  • Der Nutzen hängt stark davon ab, wie gut die Dateien im Betrieb geordnet sind

Passt für: Betriebe, die ohnehin komplett auf Microsoft laufen.

Warum hier keine Punktetabelle steht

In fast jedem Vergleich findet man Ranglisten aus Modelltests – wer bei welcher Prüfungsaufgabe vorn liegt. Diese Zahlen sind echt, aber sie helfen kaum weiter.

Erstens ändern sie sich mit jedem Modellwechsel, und der kommt alle paar Monate. Zweitens messen sie Dinge, die im Büroalltag nicht vorkommen. Ob ein Modell bei Mathematikolympiade-Aufgaben zwei Prozentpunkte besser abschneidet, merkst du beim Schreiben eines Angebots nicht.

Was du merkst: ob das Deutsch nach dir klingt, ob das Programm bei einem achtzigseitigen Vertrag den Überblick behält, und ob du es verlassen musst, um deine Arbeit zu machen. Danach ist diese Seite sortiert.

Was bei allen vieren gleich ist

Bevor du dich entscheidest – diese Punkte lösen sich durch die Wahl nicht:

  • Alle vier erfinden Dinge. Unterschiedlich oft, aber alle. Warum das so ist.
  • Alle vier sind US-Firmen. Deine Eingaben gehen dorthin.
  • Alle vier trainieren voreingestellt mit deinen Eingaben – jedenfalls in den kostenlosen Fassungen. Bei allen lässt sich das in den Einstellungen abschalten, aber man muss es tun. Was dabei passiert.
  • Keines rechnet zuverlässig. Für Zahlen gehört ein Taschenrechner daneben oder man lässt sich die Formel geben.

Wenn es beruflich ist

Dann verschiebt sich die Frage. Nicht mehr „welches ist besser", sondern:

  • Gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag? Alle vier stellen einen bereit – aber er gilt nicht automatisch, man muss ihn abschließen. Ein privates Konto genügt dafür nicht.
  • Wo stehen die Server? Alle vier bieten inzwischen Varianten mit europäischem Standort an, meist erst in den Geschäftstarifen.
  • Was passiert mit den Daten nach Vertragsende? Steht in den Bedingungen und wird selten gelesen.

Bei diesen drei Punkten unterscheiden sich die Anbieter deutlich stärker als bei der Antwortqualität – und sie entscheiden, ob der Einsatz im Betrieb überhaupt zulässig ist.

Der Rat, der am meisten bringt

Nimm eine und bleib vier Wochen dabei. Der Nutzen kommt nicht vom besten Programm, sondern von der Gewohnheit.

Wer ständig wechselt, lernt keines richtig kennen und bleibt bei oberflächlichen Ergebnissen. Wechsle bei einem echten Anlass – „bei langen Dokumenten kommt sie durcheinander" ist einer, „angeblich ist das neue Modell besser" nicht.

Und die eine Ausnahme davon: Bei wichtigen Auskünften stell dieselbe Frage einem zweiten Anbieter. Zwei unabhängige gleiche Antworten sind ein gutes Zeichen, ein Widerspruch heißt selbst nachsehen. Das kostet dreißig Sekunden und ist die einfachste Absicherung gegen erfundene Antworten, die es gibt.

Häufige Fragen

Welche KI ist die beste?
Für alltägliche Aufgaben nehmen sich ChatGPT, Claude, Gemini und Copilot wenig – alle vier schreiben Briefe, fassen zusammen und übersetzen gut. Die Unterschiede zeigen sich erst bei Spezialfällen: Claude bei langen Texten, Gemini beim Nachschlagen, Copilot bei Word und Outlook.
Was kostet die beste KI?
Die privaten Vollversionen liegen im DACH-Raum bei etwa 18 bis 23 Euro im Monat. Alle vier Anbieter haben aber eine dauerhaft kostenlose Fassung, die für den normalen Gebrauch ausreicht.
ChatGPT oder Claude – was ist besser?
ChatGPT hat mehr Funktionen und mehr Anleitungen im Netz. Claude schreibt sauberer und kommt mit langen Dokumenten besser zurecht. Wer viel schreibt, ist mit Claude besser dran; wer alles in einem Fenster will, mit ChatGPT.
Gibt es eine gute kostenlose KI?
Ja, alle vier. Die kostenlosen Fassungen sind nicht in den Funktionen beschnitten, sondern in der Menge: Nach einer bestimmten Zahl von Fragen muss man warten. Für gelegentliches Benutzen reicht das.
Gibt es eine europäische Alternative?
Ja, es gibt europäische Anbieter. Für deutschsprachige Alltagsaufgaben sind die vier großen amerikanischen Programme derzeit meist ausgereifter; europäische Anbieter punkten beim Serverstandort und beim Datenschutz.

Zuletzt geprüft am 12. August 2026. Preise und Funktionen ändern sich in diesem Bereich mehrmals im Jahr – wenn dir etwas auffällt, das nicht mehr stimmt, schreib mir kurz. Auf dieser Seite stehen keine Partnerlinks; sollte sich das je ändern, wird es hier ausgewiesen.