Bewerbung in Österreich: die Regeln, die hier gelten

5 Minuten Lesezeit · zuletzt geprüft am 21. August 2026

Mindestentgelt im Inserat, Foto, Titel in der Anrede, Dienstzeugnis: sieben Punkte, bei denen eine Bewerbung in Österreich eigenen Regeln folgt.

Selbst getestet und geprüft von Phil zuletzt am 21. August 20265 Minuten Lesezeit

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Zuletzt geprüft
21. August 2026

Beim Suchen nach Bewerbungstipps landet man schnell bei Ratgebern, die für den deutschen Arbeitsmarkt geschrieben sind. Das meiste davon passt auch hier. An sieben Stellen gelten in Österreich aber eigene Regeln, und die fallen einem Personalisten sofort auf.

Das Foto

In Deutschland ist das Bewerbungsfoto seit Jahren auf dem Rückzug. In Österreich ist es weiterhin üblich, und die meisten Bewerbungen enthalten eines. Verlangen darf es niemand: Nach dem Gleichbehandlungsgesetz darf ein Dienstgeber kein Foto fordern. Freiwillig beilegen kann man es, und die meisten tun es.

Das Mindestentgelt im Inserat

Österreichische Stelleninserate müssen das kollektivvertragliche Mindestentgelt angeben. Diese Zahl ist die Untergrenze für die Einstufung, nicht das, was gezahlt wird. Fast immer steht daneben ein Satz über die Bereitschaft zur Überzahlung. Wer eine Gehaltsvorstellung nennt, geht von dieser Zahl nach oben, nicht von ihr aus.

Dienstzeugnis statt Arbeitszeugnis

Es heißt hier Dienstzeugnis, und es funktioniert anders: Man hat nur Anspruch auf Angaben zu Dauer und Art der Tätigkeit, nicht auf eine Bewertung. Die deutschen Listen mit dem sogenannten Zeugniscode passen deshalb nicht.

Der Lebenslauf

Tabellarisch, jüngste Station zuerst, ein bis zwei Seiten. In den Bildungsangaben stehen die österreichischen Bezeichnungen: Matura mit Schulform, Lehre mit Lehrabschlussprüfung, dazu bei Männern der Präsenz- oder Zivildienst als eigene Zeile.

Die Anrede

Akademische Titel gehören dazu. Steht im Inserat ein Mag. oder ein DI, gehört er in die Anrede. Das kostet nichts und fällt auf, wenn es fehlt.

Die Mappe

Papiermappen sind auch hier weitgehend verschwunden. Üblich ist ein PDF: Schreiben, Lebenslauf, Zeugnisse in einer Datei, sinnvoll benannt. Nicht „Dokument1.pdf", sondern der eigene Name und die Stelle.

Der Zeitpunkt

Zwei Zeiträume fallen auf. Erstens der Sommer: Zwischen Anfang Juli und Ende August passiert in vielen Betrieben wenig, weil die Entscheider auf Urlaub sind. Zweitens der Jänner, in dem viele Stellen neu ausgeschrieben werden.

Wo man sucht

karriere.at ist die größte Plattform, dazu kommen willhaben, das eAMS-Konto und für viele Branchen die Seiten der Betriebe selbst. In kleineren Orten läuft nach wie vor viel über direkte Ansprache.

Häufige Fragen

Muss ich in Österreich ein Foto beilegen?
Nein. Ein Dienstgeber darf keines verlangen. Üblich ist es trotzdem, und die meisten legen eines bei.
Was bedeutet das Mindestentgelt im Inserat?
Es ist der kollektivvertragliche Mindestbetrag für diese Einstufung, den das Inserat nennen muss. Was tatsächlich gezahlt wird, liegt oft darüber.
Soll ich eine Gehaltsvorstellung nennen?
Nur wenn danach gefragt wird. Dann als Jahresbrutto und als Spanne, ausgehend vom genannten Mindestentgelt nach oben.
Gehören Titel in die Anrede?
Ja. Steht im Inserat ein Mag. oder DI, wird er verwendet. In Österreich fällt es auf, wenn er fehlt.
Zählt der Präsenzdienst in den Lebenslauf?
Ja, als eigene Zeile mit Zeitraum. Er erklärt eine Lücke, die sonst Fragen aufwirft.

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Zuletzt geprüft am 21. August 2026. KI-Anbieter ändern Preise und Funktionen laufend – wenn dir etwas auffällt, das nicht mehr stimmt, schreib mir kurz.

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