KI-Alltag

Was passiert mit dem, was ich eintippe?

Schritt 13 von 15 · 5 Minuten Lesezeit

Die kurze Antwort

Alles, was du eingibst, geht an den Server des Anbieters, meist in den USA, und wird dort gespeichert. Ob es zum Training verwendet wird, kannst du bei allen großen Anbietern in den Einstellungen abschalten — voreingestellt ist das selten.

Selbst getestet und geprüft von Philzuletzt am 12. August 20265 Minuten Lesezeit

Eine berechtigte Frage, und die Antwort ist unbequemer, als den Anbietern lieb ist.

Der Weg, den deine Eingabe nimmt

Du tippst etwas ein. Der Text verlässt deinen Rechner und geht an einen Server des Anbieters — bei den großen Anbietern meistens in den USA, teils auch in Europa. Dort wird die Antwort berechnet und zurückgeschickt.

Es läuft nichts auf deinem Gerät. Alles geht durchs Netz. Und Gespräche werden in der Regel gespeichert — schon deshalb, weil du im Verlauf zurückblättern können sollst.

Die Frage, auf die es ankommt

Nicht „wird gespeichert?“ — das wird es. Sondern: Wird mit meinen Eingaben trainiert?

Also: Fließt das, was ich schreibe, in die nächste Fassung des Modells ein? Bei den kostenlosen Fassungen ist das häufig voreingestellt, bei Bezahl- und Firmenzugängen oft nicht.

Die gute Nachricht: Bei allen großen Anbietern lässt sich das abschalten. Es steht in den Einstellungen unter Datenschutz oder Datenkontrolle. Es dauert eine Minute, und es ist die sinnvollste Minute, die du in dieses Thema investieren kannst.

Meist findet sich dort auch: Verlauf abschalten, Gespräche löschen, und in manchen Fällen ein Modus, in dem nichts gespeichert wird.

Was nie hineingehört

Unabhängig von allen Einstellungen:

  • Kennwörter und Zugangsdaten
  • Kontonummern, Kreditkartendaten
  • Ausweis-, Sozialversicherungs- oder Steuernummern
  • Krankengeschichten mit Namen
  • Daten anderer Menschen, die nicht gefragt wurden
  • Betriebsinterne Unterlagen, wenn es dafür keine Freigabe gibt

Die Faustregel, die man sich merken kann: Schreib nichts hinein, was du nicht auch auf eine Postkarte schreiben würdest.

Wenn es beruflich ist, wird es strenger

Wer im Betrieb Daten von Kunden, Patienten oder Mitarbeitern in eine KI eingibt, verarbeitet personenbezogene Daten. Dafür braucht es nach der Datenschutz-Grundverordnung eine Rechtsgrundlage und einen Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Anbieter.

Wichtig: Die großen Anbieter stellen so einen Vertrag bereit — aber er gilt nicht automatisch. Man muss ihn abschließen. Ein privates Konto genügt dafür nicht.

Und ganz unabhängig vom Vertrag: Besonders heikle Inhalte — Personalgespräche, Krankheit, Kündigungen — gehören nicht in ein Cloud-Werkzeug.

Was praktisch geht, wenn man vorsichtig sein will

  • Namen ersetzen. Statt echter Namen „Person A“, „Firma B“ schreiben. Funktioniert erstaunlich gut, weil die Formulierungshilfe die Namen nicht braucht.
  • Training abschalten. Siehe oben. Einmal, dauerhaft.
  • Verlauf regelmäßig löschen. Wie beim Browser.
  • Für Heikles ein Angebot mit europäischem Serverstandort wählen. Es gibt solche, auch von den großen Anbietern.

Häufige Fragen

Werden meine Chats gespeichert?
In der Regel ja, damit du im Verlauf zurückblättern kannst. Bei den meisten Anbietern lässt sich der Verlauf abschalten und löschen.
Wie schalte ich ab, dass mit meinen Eingaben trainiert wird?
In den Einstellungen unter Datenschutz oder Datenkontrolle. Bei allen großen Anbietern möglich, aber selten voreingestellt.
Darf ich Kundendaten in eine KI eingeben?
Nur mit Rechtsgrundlage und einem Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Anbieter. Ein privates Konto reicht dafür nicht aus.

Zuletzt geprüft am 12. August 2026. KI-Anbieter ändern Preise und Funktionen laufend – wenn dir etwas auffällt, das nicht mehr stimmt, schreib mir kurz.

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