KI-Alltag

Welche KI soll ich nehmen?

Schritt 7 von 15 · 5 Minuten Lesezeit

Die kurze Antwort

Für den Anfang ist es fast egal. Die drei großen Anbieter können alle dasselbe Grundhandwerk. Nimm eine, bleib vier Wochen dabei, und wechsle erst, wenn dich etwas Bestimmtes stört.

Selbst getestet und geprüft von Philzuletzt am 12. August 20265 Minuten Lesezeit

Diese Frage bekommt man oft gestellt, und die ehrliche Antwort gefällt selten: Für die ersten Wochen macht es kaum einen Unterschied.

Alle großen Anbieter können Briefe schreiben, zusammenfassen, übersetzen, erklären und Bilder anschauen. Die Unterschiede, über die im Netz gestritten wird, betreffen Fälle, in die ein Einsteiger gar nicht kommt.

Die drei, die für Deutschsprachige in Frage kommen

ChatGPT (von OpenAI)

Das bekannteste. Größte Auswahl an Zusatzfunktionen, gutes Deutsch, viele Anleitungen im Netz — was praktisch ist, wenn man etwas nachschlagen will. Wer keinen besonderen Grund für etwas anderes hat, nimmt das.

Gemini (von Google)

Sinnvoll, wenn du ohnehin Gmail, Google Docs und Android benutzt, weil es dort eingebaut ist. Beim Nachschlagen aktueller Dinge oft stark, weil die Suchmaschine dahintersteht.

Claude (von Anthropic)

Gilt bei langen Texten und beim sauberen Formulieren als besonders gut und neigt etwas weniger dazu, Dinge zu erfinden. Weniger Zusatzfunktionen, dafür angenehm aufgeräumt.

Dazu kommt Copilot von Microsoft, das für viele Leute vor allem deshalb interessant ist, weil es in Word und Outlook eingebaut ist.

Der Rat, der wirklich hilft

  1. Nimm eine und bleib vier Wochen dabei. Der Nutzen kommt nicht vom besten Programm, sondern von der Gewohnheit. Wer ständig wechselt, lernt keines richtig kennen.
  2. Nimm die kostenlose Fassung. Immer. Erst zahlen, wenn dich etwas Konkretes stört.
  3. Wechsle bei einem echten Anlass, nicht wegen einer Schlagzeile. Ein echter Anlass ist: „Bei langen Dokumenten kommt sie durcheinander.“ Kein echter Anlass ist: „Angeblich ist das neue Modell besser.“

Wozu ein zweites Programm doch gut ist

Eine Sache, die kaum jemand erwähnt und die viel bringt: Bei wichtigen Auskünften kannst du dieselbe Frage einem zweiten Anbieter stellen.

Kommen zwei unabhängige Programme auf dieselbe Antwort, ist sie ziemlich sicher brauchbar. Widersprechen sie sich, weißt du sofort, dass du selbst nachschauen musst. Das kostet dreißig Sekunden und ist die einfachste Absicherung gegen erfundene Antworten, die es gibt.

Was bei der Wahl wirklich zählt

Weniger die Bestenliste, mehr diese drei Punkte:

  • Wo liegen die Daten? Alle drei sind US-Firmen. Wer beruflich personenbezogene Daten verarbeitet, braucht dafür einen Vertrag mit dem Anbieter — er gilt nicht automatisch.
  • Wird mit meinen Eingaben trainiert? Das lässt sich bei allen dreien in den Einstellungen abschalten. Man muss es aber tun, es ist selten voreingestellt.
  • Passt es zu dem, was du sonst benutzt? Wer den ganzen Tag in Outlook arbeitet, hat es mit Copilot bequemer — unabhängig davon, welches Modell im Test vorne liegt.

Häufige Fragen

Ist ChatGPT besser als Gemini?
Für alltägliche Aufgaben nehmen sich die großen Anbieter wenig. Die Unterschiede zeigen sich erst bei Spezialfällen. Für den Einstieg ist die Wahl zweitrangig.
Kann ich mehrere KI-Programme gleichzeitig nutzen?
Ja, und das ist sogar sinnvoll: Bei wichtigen Auskünften dieselbe Frage einem zweiten Anbieter stellen und die Antworten vergleichen.
Gibt es eine deutsche oder europäische KI?
Ja, es gibt europäische Anbieter. Für deutschsprachige Alltagsaufgaben sind die großen amerikanischen Programme derzeit meist ausgereifter, europäische Anbieter punkten beim Datenschutzstandort.

Zuletzt geprüft am 12. August 2026. KI-Anbieter ändern Preise und Funktionen laufend – wenn dir etwas auffällt, das nicht mehr stimmt, schreib mir kurz.

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