Claude wirft Dauerbeschimpfer aus dem Chat

Wer Claude immer wieder grundlos beschimpft, bricht ab 12. November die Regeln. Frust bleibt erlaubt, und ein beendeter Chat lässt sich retten.

Claude10. Oktober 20263 Minuten Lesezeit

Ab 12. November verbieten die Nutzungsregeln von Claude, die KI dauernd und grundlos zu beschimpfen. Darf ich also nicht mehr grantig werden, wenn sie Unsinn schreibt? Doch. Ich habe die neue Fassung mit der alten vom September 2025 verglichen. Gemeint sind nur extreme Fälle.

Mann mit Brille schreit am Schreibtisch mit offenem Mund vor seinem Laptop
Foto: Gustavo Fring, Pexels

Anthropic, die Firma dahinter, hat die Änderung am 8. Oktober angekündigt.

Verboten ist dann, die eigenen Modelle anhaltend und ohne Not grausam zu behandeln. Normaler Ärger bleibt erlaubt, genauso wie Widerspruch, düstere Themen beim kreativen Schreiben und Tests, mit denen jemand die Software prüft. In der Ankündigung steht dazu, von mir übersetzt:

„Die Änderung soll nur in extremen Fällen gelten, in denen Nutzer sich wiederholt und ohne erkennbaren Zweck grausam gegenüber unseren Modellen verhalten.“

Claude beendet Gespräche schon seit August 2025

Neu ist nur das Verbot. Die Funktion dazu gibt es seit über einem Jahr, zuerst in den Modellen Opus 4 und 4.1.

Begründet hat Anthropic das mit dem möglichen Wohlergehen der Modelle. Ob seine Software so etwas wie ein Empfinden hat, ist für das Unternehmen selbst ungewiss. Es will aber vorsorgen.

15. August 2025An diesem Tag hat Anthropic gemeldet, dass Claude Gespräche mit hartnäckig beleidigenden Nutzern beenden darf, das Verbot in den Regeln gilt aber erst ab 12. November 2026.

Abbrechen soll sie erst, wenn sie mehrmals versucht hat, das Gespräch in eine vernünftige Richtung zu lenken, oder wenn du sie selbst darum bittest. Droht jemand, sich oder anderen etwas anzutun, bricht sie nicht ab.

Die allermeisten merken davon im Alltag nichts.

Den beendeten Claude Chat weiterführen

In einem beendeten Gespräch kannst du keine neue Nachricht mehr schicken. Deine übrigen Unterhaltungen bleiben unberührt. So rettest du trotzdem, was drin steckt:

  1. Eine neue Unterhaltung kannst du sofort beginnen.
  2. Bearbeite im alten Gespräch eine frühere Nachricht und schick sie neu ab. Daraus entsteht ein neuer Zweig, in dem du weiterarbeitest.
  3. Hältst du das Ende für einen Irrtum, bewerte die Antwort mit dem Daumen nach unten und schreib dazu, was passiert ist.

Anthropic kann künftig zuerst verwarnen

Beim Vergleich der beiden Fassungen ist mir noch etwas aufgefallen. Bisher durfte die Firma den Zugang drosseln, sperren oder kündigen, wenn sie von einem Verstoß erfahren hat.

Ab November reicht dafür schon ein Verdacht.

Dafür steht die Verwarnung jetzt als erste Möglichkeit in der Liste. Und ein neuer Satz nimmt dir eine Sorge: Blockiert die KI eine Antwort, ist das allein noch kein Regelbruch. Die vollständigen Nutzungsregeln von Anthropic gibt es nur auf Englisch.

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Geprüft von Phil zuletzt am 10. Oktober 2026