Gemini Flash läuft künftig ohne EU-Datenzone

Google hat die eigene Cloud-Tabelle geändert: Die neuesten Gemini-Flash-Modelle laufen nur noch weltweit, ohne eigene Datenverarbeitung in der EU-Region.

Gemini10. September 20263 Minuten Lesezeit

Serverracks mit blauer LED-Beleuchtung in einem Rechenzentrum
Foto: BalticServers.com, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Google hat in der eigenen Cloud-Dokumentation stillschweigend eine Tabelle aktualisiert, die für Firmenkunden mit Gemini Enterprise wichtig ist. Drei der vier zuletzt veröffentlichten Gemini-Flash-Modelle laufen demnach ausschließlich über den weltweiten Standort, ohne eigene Datenverarbeitung in der EU. Was bedeutet das für einen Betrieb in Österreich, der über Gemini Enterprise Kundendaten verarbeiten lässt? Zuständig für eine Beschwerde bleibt in jedem Fall die heimische Datenschutzbehörde, ganz gleich, welches Modell im Hintergrund rechnet.

Nur die ältere Version bleibt in der EU

Die überarbeitete Tabelle listet fünf Gemini-Modelle für die Business-Version Gemini Enterprise auf. Bei Gemini 3.5 Flash sind Datenspeicherung und Rechenleistung laut Google weiterhin in der EU-Mehrfachregion möglich. Bei den drei neueren Versionen, Gemini 3.6, 3.7 und 3.8 Flash, steht in derselben Zeile nur ein Satz: nur am weltweiten Standort verfügbar.

Wer eine dieser Versionen trotzdem in einer EU-Region freischalten will, muss laut Google einen Warnhinweis bestätigen, dass der Datenverkehr an den weltweiten Endpunkt geht. Auf derselben Seite steht Googles eigene Empfehlung dazu: Wer keine regulatorischen Gründe hat, solle ohnehin den weltweiten Standort wählen, weil dort die neuesten Funktionen zuerst ankommen.

Serverraum eines Rechenzentrums mit Netzwerkverkabelung
Foto: BalticServers.com, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Die Datenschutzbehörde bleibt zuständig

Für Betriebe in Österreich ändert sich an der Rechtslage nichts, nur die Ausgangslage wird unübersichtlicher. Die Datenschutz-Grundverordnung verlangt für jede Verarbeitung außerhalb der EU eine eigene Rechtsgrundlage. Wo der weltweite Standort die Daten tatsächlich verarbeitet, verrät Googles Dokumentation nicht, dort steht nur das Wort global. Ob ein eingesetzter Dienst die Vorgaben der Verordnung erfüllt, prüft im Streitfall die österreichische Datenschutzbehörde, nicht der Anbieter selbst.

Gemini 3.8 Flash kostet seit 2. September 0,75 US-Dollar je 1 Million Eingabe-Tokens, also je 1 Million eingegebener Textbausteine, das ist ein Einführungspreis bis Jahresende. Der Preis gilt unabhängig davon, welchen Standort ein Betrieb wählt. Die Frage, wo die Daten dabei liegen, klärt er getrennt und selbst.

Die gewählte Region steht in der Konsole

Wer Gemini Enterprise für Kundendaten einsetzt, sieht die gewählte Region in der eigenen Konsole unter den App-Einstellungen. Steht dort weltweit oder global, lohnt ein Blick in die eigene Datenschutz-Folgenabschätzung, bevor ein neues, schnelleres Modell aktiviert wird. Ein Wechsel zurück auf Gemini 3.5 Flash kostet nichts außer etwas Geschwindigkeit. Wer in Österreich über Gemini Enterprise ohne eigene Rechtsgrundlage für den weltweiten Standort auskommen muss, fährt deshalb vorerst mit Gemini 3.5 Flash und der EU-Mehrfachregion sicherer, bis Google für die neueren Versionen eine EU-Zusage nachliefert.

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Geprüft von Phil zuletzt am 10. September 2026