ChatGPT lernt aus Kinderfotos: so stoppst du das

OpenAI zeigt für Bilder 2.5 Babyfotos als Beispiel. Lädst du selbst eines hoch, darf ChatGPT damit lernen, bis du das abschaltest. Ich zeige dir, wo.

Bild & Video12. September 20263 Minuten Lesezeit

OpenAI hat am 8. September ChatGPT Bilder 2.5 vorgestellt. Als Beispiele zeigt OpenAI ein Babyporträt und ein Partyfoto, beide aus echten Fotos gemacht. Was passiert mit so einem Foto, wenn du es hochlädst? In einem privaten Konto darf ChatGPT damit lernen, bis du das abschaltest. Ich zeige dir, wo.

Schriftzug ChatGPT Images 2.5 in bunten Buchstaben auf hellem Grund, Titelgrafik von OpenAI
Bild: OpenAI

Ein Babyfoto als Werbung für die neue Version

Das neue Bildmodell soll Gesichter aus deinen Fotos besser wiedererkennbar halten. Genau damit wirbt OpenAI auf seiner Seite: ein neu gestaltetes Babyporträt, ein Porträt aus der Fotokabine, ein zusammengesetztes Partyfoto.

Ganz unten lädt OpenAI dich ein, es gleich auszuprobieren. Foto hochladen und ansehen, wie du in den 80er-Jahren ausgesehen hättest.

Das ist verlockend, und ich verstehe jeden, der das macht. Ich habe vorher nachgelesen, was OpenAI mit dem Foto machen darf.

Person fotografiert mit dem Handy eine Straßenszene, über die Schulter aufgenommen
Foto: James Sutton, Unsplash via Wikimedia Commons, CC0 1.0

Die Größenordnung dazu: Laut OpenAI entstehen mit ChatGPT und der Programmierschnittstelle mehr als 3 Milliarden Bilder pro Woche. Bilder 2.5 gibt es seit 8. September in allen ChatGPT-Tarifen, auch im kostenlosen.

ChatGPT darf mit deinem Foto lernen, bis du das abschaltest

Im Hilfebereich von OpenAI steht es klar, Stand 11. September: Bei ChatGPT für Privatpersonen darf OpenAI deine Inhalte zum Training der Modelle verwenden, solange du das nicht abschaltest.

Training heißt: Das Programm lernt aus dem, was Leute eingeben. Das steckt dann in der nächsten Version.

Was zählt als Inhalt? Die EU-Datenschutzerklärung von OpenAI vom 24. August 2026 zählt es auf: deine Eingaben und alles, was du hochlädst. Dateien, Bilder, Audio, Video. Ein Foto von deinem Kind ist dabei.

Diese Einstellung ist von Anfang an eingeschaltet. Du musst sie selbst ausschalten.

Bei Geschäftskonten ist es umgekehrt. Bei ChatGPT Business, ChatGPT Enterprise und der Programmierschnittstelle trainiert OpenAI laut eigener Angabe nicht mit den Daten, außer der Betrieb erlaubt es ausdrücklich.

So schaltest du das Training ab, am Rechner und am Handy

Am Handy in der ChatGPT-App

  1. Öffne das Seitenmenü.
  2. Tipp auf dein Profilbild.
  3. Wähle „Datenkontrollen".
  4. Schalte „Das Modell für alle verbessern" aus.

Am Rechner, im Browser und angemeldet

  1. Klick auf dein Profilbild.
  2. Wähle „Einstellungen".
  3. Geh zu „Datenkontrollen".
  4. Schalte „Das Modell für alle verbessern" aus.

Einmal reicht. Die Einstellung gilt laut OpenAI für dein ganzes Konto, egal auf welchem Gerät du gerade bist.

3 Dinge solltest du dabei wissen. Der Schalter wirkt nur für neue Chats, was vorher war, bleibt. Wenn du nach dem Abschalten eine Antwort mit Daumen hoch oder Daumen runter bewertest, gibst du diesen ganzen Chat wieder zum Training frei. Und ein temporärer Chat, oben rechts im Chatfenster, wird nie zum Training verwendet und nach 30 Tagen gelöscht.

Hat dein Kind ein eigenes ChatGPT-Konto, das mit deinem verknüpft ist, stellst du das laut OpenAI über die Elternkontrolle ein, im Original „Parental controls".

Mehr dazu: KI-Bilder verlieren ihre Kennzeichnung sofort

In Österreich ist die Datenschutzbehörde zuständig

Für deine Daten ist laut Datenschutzerklärung OpenAI Ireland Limited in Dublin verantwortlich. Die irische Aufsicht ist federführend. Die Erklärung nennt aber auch die örtliche Behörde, und das ist bei uns die Datenschutzbehörde in Wien.

Dort kannst du dich beschweren, wenn OpenAI auf einen Antrag nicht reagiert. Auskunft, Löschung oder Widerspruch beantragst du auf privacy.openai.com oder per Mail an dsar@openai.com.

Wie viele bei uns betroffen sind, zeigt Statistik Austria. 31 % der 16- bis 74-Jährigen haben schon einmal ein Werkzeug wie ChatGPT verwendet. Bei den 16- bis 24-Jährigen waren es in den 3 Monaten vor der Befragung 57 %, bei Schülern und Studierenden 76 %. Befragt wurden 5.774 Personen, April bis Juli 2024.

Ein Partyfoto zeigt meistens auch andere Leute. Zu denen sagt OpenAI in der Ankündigung nichts. Frag sie vorher, ob das für sie in Ordnung ist.

Und wenn du das Beispiel mit den 80er-Jahren trotzdem ausprobieren willst: erst den Schalter aus, dann das Foto hochladen. Oder gleich einen temporären Chat aufmachen.

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Übernahme

Zahlen, Messwerte und Grafiken aus dieser Meldung dürfen mit Quellenangabe übernommen werden. Bitte in dieser Form: Quelle: KI-Alltag, kialltag.at. Über einen Link auf die Meldung freuen wir uns.

Grafiken in Druckgröße, die Rohdaten hinter den Messungen und Rückfragen zur Methode: kontakt@kialltag.at

Geprüft von Phil zuletzt am 12. September 2026