KI-Potenzial Österreich: 62 Arbeitstage im Jahr

Eine neue Studie beziffert Österreichs KI-Potenzial auf 72 Milliarden Euro, umgerechnet 62 Arbeitstage pro Erwerbstätigem im Jahr. Wir haben nachgerechnet.

Österreich12. September 20263 Minuten Lesezeit

Österreich könnte mit Künstlicher Intelligenz seine Wirtschaftsleistung um bis zu 18 Prozent steigern, umgerechnet 72 Milliarden Euro oder eine Entlastung von 2,24 Milliarden Arbeitsstunden im Jahr. Das zeigt eine neue Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts Economica im Auftrag von Microsoft Österreich, vorgestellt am 7. September 2026 in Wien.

Alexander Pröll, Christian Helmenstein und Hermann Erlach bei der Präsentation der Economica-Studie zu Künstlicher Intelligenz in Österreich, im Hintergrund das Microsoft-Logo
Bild: Microsoft Österreich (Foto: APA/Krisztian Juhasz)

Was bedeutet das für eine einzelne erwerbstätige Person in Österreich?

Verteilt auf alle 4,5 Millionen Erwerbstätigen des Landes sind das im Schnitt rund 498 Stunden im Jahr. Umgerechnet auf einen Achtstundentag sind das 62 Arbeitstage, die durch den Einsatz von KI im Schnitt frei werden könnten.

In der Industrie steckt der größte Einzelposten

Das Potenzial verteilt sich nicht gleichmäßig über die Wirtschaft. Vier Bereiche stehen zusammen für 54,9 Prozent davon: die Warenherstellung, der Handel, das Finanz- und Versicherungswesen sowie freiberufliche und technische Dienstleistungen.

Balkengrafik: KI-Wertschöpfungspotenzial in Österreich nach Wirtschaftsbereich, in Milliarden Euro
Grafik: KI-Alltag

Den größten Einzelbeitrag liefert die Industrie mit 19,8 Milliarden Euro. Der Handel folgt mit 9 Milliarden Euro. Auf das Finanz- und Versicherungswesen und die technischen Dienstleistungen zusammen entfallen die restlichen gut 10,7 Milliarden Euro dieser vier Bereiche.

Auch bei den Berufen zeigt sich eine klare Konzentration. Akademische Berufe, Techniker und Handwerksberufe vereinen zusammen 58,4 Prozent des Potenzials, das sind rund 42 Milliarden Euro. Für einen Tischler oder eine Ingenieurin ändert das wenig am Werkzeug in der Hand, aber viel an der Zeit, die für Angebote, Dokumentation und Planung draufgeht.

Öffentliche Verwaltung steht laut Studie unter Anpassungsdruck

Öffentliche Verwaltung, Bildung sowie Gesundheits- und Sozialwesen erwirtschaften gemeinsam 19,4 Prozent der österreichischen Wirtschaftsleistung. Dort arbeiten aber 25,1 Prozent aller Erwerbstätigen.

Gerade in diesen drei Bereichen treffen Fachkräftemangel und der demografische Wandel schon heute aufeinander. Die Studie sieht deshalb dort besonderen Bedarf für den gezielten Einsatz von KI, etwa bei der Dokumentation, bei wiederkehrenden Anfragen oder in der Befundauswertung.

Die 34-Prozent-Zahl stammt aus einem älteren Bericht

In der Pressemitteilung taucht auch eine bekannte Zahl wieder auf: 34,1 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung in Österreich nutzen demnach bereits KI, Platz 18 weltweit. Diese Zahl ist nicht neu.

Sie stammt aus dem AI Diffusion Index von Microsofts eigenem Forschungsinstitut, veröffentlicht bereits im Mai 2026. Neu an der Studie von Anfang September ist die Aufschlüsselung nach Branchen und Berufen, nicht die Nutzungsrate selbst.

Text- und sprachbasierte Anwendungen wie Chatbots sind in Österreich laut der Studie schon weit verbreitet. Bildverarbeitung, Deep Learning oder eigenständig arbeitende KI-Systeme kommen dagegen bislang kaum zum Einsatz.

Mehr dazu: Was kann man mit KI im Alltag machen?

Ob aus dem errechneten Potenzial tatsächlich freie Zeit wird oder einfach mehr Wertschöpfung pro Stunde, sagt die Studie nicht. Sie nennt aber eine Bedingung: Es braucht digitale Infrastruktur, gezielte Qualifizierung und Betriebe, die die vorhandenen Werkzeuge auch tatsächlich einsetzen, statt nur darüber zu reden.

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Übernahme

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Geprüft von Phil zuletzt am 12. September 2026