Jeder Sechste nutzt KI am Arbeitsplatz heimlich

Neue Umfrage: Jede sechste berufstätige Person in Österreich nutzt KI am Arbeitsplatz heimlich. Mehr als die Hälfte der Betriebe merkt es nicht.

Österreich14. September 20262 Minuten Lesezeit

Jede sechste berufstätige Person in Österreich nutzt KI heimlich im Job, ohne dass der Arbeitgeber davon weiß.

Balkengrafik: Anteil der Berufstätigen in Österreich, die KI im Job genehmigt, heimlich oder gar nicht nutzen
Grafik: KI-Alltag, Zahlen: Tieto Austria / TQS

Nur ein Viertel der Beschäftigten setzt ausschließlich auf KI-Werkzeuge, die der Betrieb erlaubt hat, der Rest hat entweder gar keine Regel oder hält sich nicht daran.

Wie passt das zusammen, wenn doch laut einer neuen Umfrage die Mehrheit der Firmen längst auf klare Regeln setzt?

Genau hier zeigt eine Erhebung von Tieto Austria und dem Marktforscher TQS eine Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit: 62 Prozent der befragten KI-Verantwortlichen in mittleren und großen Betrieben sagen, sie würden mit Richtlinien und genehmigten Werkzeugen vorbeugen. Tatsächlich technisch nachsehen, ob sich jemand daran hält, tun aber nur 46 Prozent. Mehr als die Hälfte der Betriebe hat damit gar keine Möglichkeit zu erkennen, ob im Büro heimlich mit ChatGPT oder einem anderen Dienst gearbeitet wird.

Person arbeitet konzentriert an einem Laptop, daneben liegen Smartphone und Notizbuch auf dem Schreibtisch
Foto: Shixart1985, Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Burgenland doppelt so weit vorn wie Salzburg

Der Hauptgrund für die heimliche Nutzung ist das Fehlen einer Regel. Fast ein Viertel der Berufstätigen (24 Prozent) verzichtet aktuell auf KI, weil es im eigenen Betrieb schlicht keine Richtlinie dazu gibt. Weitere 18 Prozent trauen den Ergebnissen nicht genug, um sie im Job einzusetzen.

Am größten ist die Bereitschaft zur heimlichen Nutzung bei jungen Beschäftigten zwischen 16 und 29 Jahren, hier tut es fast jede vierte Person. Auch zwischen den Bundesländern zeigt sich ein deutlicher Unterschied: Im Burgenland arbeiten zwei Drittel der Berufstätigen mit einem KI-Assistenten, ob genehmigt oder nicht. In Salzburg und Kärnten ist es mit je 34 Prozent nur etwa halb so viel.

Jeder fünfte Betrieb nimmt das Risiko in Kauf

Die Studienautoren warnen vor Datenschutzverletzungen, sobald vertrauliche Firmendaten in einer öffentlichen KI-Anwendung landen. Trotzdem nimmt fast jeder fünfte befragte Arbeitgeber dieses Risiko bewusst in Kauf, statt die unerlaubte Nutzung zu unterbinden.

Für die repräsentative Erhebung befragte TQS Research & Consulting im März 2026 insgesamt 1.000 Menschen in Österreich, davon 795 Berufstätige. Eine zweite Befragung richtete sich an 100 KI-Verantwortliche in Betrieben mit mehr als 250 Mitarbeitenden.

Wer als Betrieb die Kontrolle behalten will, kommt an zwei Dingen nicht vorbei: einer Regel, die jeder versteht, und einer Möglichkeit, auch wirklich nachzusehen, ob sie eingehalten wird.

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Übernahme

Zahlen, Messwerte und Grafiken aus dieser Meldung dürfen mit Quellenangabe übernommen werden. Bitte in dieser Form: Quelle: KI-Alltag, kialltag.at. Über einen Link auf die Meldung freuen wir uns.

Grafiken in Druckgröße, die Rohdaten hinter den Messungen und Rückfragen zur Methode: kontakt@kialltag.at

Geprüft von Phil zuletzt am 14. September 2026