Apple will deine Siri-Gespräche fürs KI-Training

Wer am Mac die neue Siri einschaltet, soll Apple seine Gespräche fürs KI-Training geben. Am iPhone kommt die Frage in Österreich nicht. So lehnst du ab.

Werkzeuge13. Oktober 20263 Minuten Lesezeit

Die Siri-App mit einer Antwort über den Park Bosque de Chapultepec auf Vision Pro, MacBook, iPad, iPhone und Apple Watch vor schwarzem Hintergrund
Bild: Apple

Seit dem 14. September fragt Apple beim Einschalten von Siri AI, ob es Gespräche, Diktate und Übersetzungen speichern und damit seine Sprachmodelle trainieren darf. Das steht auf einer neuen Rechtsseite des Konzerns. Bekommen Nutzer in Österreich diese Frage auch?

Am iPhone nicht, am Mac schon.

Die neue Sprachassistentin fehlt in der EU auf iPhone, iPad und Apple Watch. Der Konzern begründet das in einer Mitteilung mit dem Digital Markets Act, dem EU-Gesetz für große Plattformen. Auf dem Mac mit macOS 27 und auf der Brille Vision Pro läuft sie auch hier, auf Deutsch aber noch nicht.

Wer dort zustimmt, gibt mehr her als bisher. Bis September hieß es in den Grundsätzen zu den eigenen KI-Modellen, private Daten und Gespräche würden nie zum Training verwendet. Der Satz endete dort nach „verwendet“, wie heise am 12. September festgehalten hat, und jetzt steht ein Nachsatz dahinter, hier aus dem Englischen übersetzt.

Deine privaten persönlichen Daten und Interaktionen werden nie zum Training unserer Basismodelle verwendet, außer du entscheidest dich ausdrücklich dafür, bei ihrer Verbesserung zu helfen.

Siri AI darf Gespräche bis zu 2 Jahre behalten

Erlaubt ist nach der Rechtsseite viel: Aufnahmen und Mitschriften getippter wie gesprochener Anfragen, die Antworten darauf, Diktate, Übersetzungen, dazu Gerätedaten und der ungefähre Standort. Apple darf das bis zu 2 Jahre speichern, geprüfte Gespräche auch länger.

Nicht erfasst werden Fotos und Anhänge, vorgelesene Benachrichtigungen und das, was die Assistentin am Gerät sucht. Telefonnummern und Mailadressen will der Konzern entfernen. Die Daten hängen an einer Zufallskennung, die mehrmals pro Stunde wechselt, nicht am Konto des Nutzers, und Aufnahmen hören nur eigene Mitarbeiter.

Mit eingeschalteter ChatGPT-Erweiterung gilt das auch für diese Anfragen.

Ein Werbeprofil darf daraus nicht entstehen, verkauft wird der Verlauf nicht.

Beim Einschalten von Siri AI gibt es nur „Nicht jetzt“

Die Frage erscheint beim ersten Start der neuen Assistentin. Einen Knopf für ein Nein auf Dauer hat heise dort nicht gefunden, nur „Nicht jetzt“. Die Zustimmung lässt sich aber jederzeit zurücknehmen, am Mac in den Systemeinstellungen.

  • „Datenschutz & Sicherheit“ öffnen.
  • „Analyse & Verbesserungen“ wählen.
  • Den Schalter „Siri & Apple Intelligence verbessern“ ausschalten.

Am iPhone und iPad liegt derselbe Schalter unter „Einstellungen“, „Datenschutz & Sicherheit“, „Analyse & Verbesserungen“. Wer die Mitschriften vom Gerät löschen will, schaltet die Assistentin unter „Einstellungen“ ab, dabei verschwinden die gespeicherten Transkripte.

Am iPhone in Österreich bleibt es bei „Siri und Diktierfunktion verbessern“

Die ältere Einstellung bleibt auf iPhones ohne die neue Assistentin bestehen. Auch sie erlaubt Aufnahmen bis zu 2 Jahre und die Prüfung durch Mitarbeiter, aber nur, um die Spracherkennung, die Suche und die Übersetzung zu verbessern. Vom Training der Basismodelle, also der Sprachmodelle hinter Apple Intelligence, steht dort nichts.

Wer nie zugestimmt hat, muss nichts tun.

Wer es nicht mehr weiß, sieht am selben Ort nach: „Einstellungen“, „Datenschutz & Sicherheit“, „Analyse & Verbesserungen“, Schalter „Siri und Diktierfunktion verbessern“.

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Geprüft von Phil zuletzt am 13. Oktober 2026