ChatGPT26. Oktober 20263 Minuten Lesezeit
Nur 4 Prozent der 2.050 untersuchten Einträge in der Erinnerung von ChatGPT gehen auf eine Bitte der Nutzer zurück, alle anderen hat das Programm selbst angelegt.

Ein Forscherteam unter anderem der Max-Planck-Institute in Kaiserslautern und Bochum hat sie ausgewertet, 80 Nutzer hatten ihre Daten dafür freigegeben. Und wie ist das bei dir?
Die Erinnerung von ChatGPT füllt sich fast von allein
Die Studie ist frei zugänglich und für eine Fachtagung im Jahr 2026 angenommen. Gezählt haben die Forscher so: Hat jemand ausdrücklich darum gebeten, etwas zu merken, zu speichern oder zu vergessen, zählt der Eintrag als Wunsch des Nutzers. Fehlt so eine Bitte, hat ihn das Programm von sich aus angelegt, und gegen die Regeln von OpenAI verstößt das nicht, die Hilfeseite erlaubt es.
Meist liegt das Programm dabei richtig. Bei 84 von 100 Einträgen finden sich die Wörter schon in dem, was die Nutzer vorher geschrieben hatten. Manchmal schließt es aber zu viel: Wer nach Bands wie Nirvana gefragt hatte, bekam den Eintrag „mag Nirvana“, obwohl niemand das gesagt hatte.
Persönliche Angaben und Datenschutz in ChatGPT
Welche Angaben als persönlich gelten, haben die Forscher nach der DSGVO eingeteilt. Gut ein Viertel der Einträge enthält solche Angaben, 7 Prozent sogar besonders geschützte. Bei den Teilnehmern gerechnet wurde bei 91 Prozent mindestens eine persönliche Angabe gespeichert, bei 35 Prozent auch etwas zur Gesundheit. Bei 52 Prozent der Einträge geht es um Wünsche, Pläne und Gefühle.
In der Studie steht, dass OpenAI heikle Dinge wie die Gesundheit nur auf ausdrücklichen Wunsch speichern will. Auf der Hilfeseite von OpenAI steht heute dieser Satz:
„Wenn du vertrauliche Informationen mit ChatGPT teilst, können sie in der Erinnerung erscheinen.“
Die Zahlen gelten für diese kleine Gruppe, nicht für jedes Konto, das räumen die Forscher selbst ein. Ob ein Eintrag als persönlich zählt, hat ein KI-Modell entschieden. Zwei Autoren haben 100 Einträge von Hand nachgeprüft, das Modell stimmte mit ihnen im Schnitt zu 74 Prozent überein.
Den Verlauf in ChatGPT löschen und die Erinnerung ansehen
Wer einen Chat löscht, löscht den daraus entstandenen Eintrag nicht unbedingt mit. So steht es auf der Hilfeseite, und es gilt auch umgekehrt. Welche Schalter du dabei findest, hängt von Tarif und Land ab. So siehst du bei dir nach:
- Öffne die Einstellungen, dann Personalisierung und Erinnerung.
- Lies die Erinnerungsübersicht oder frag den Chatbot, was er über dich gespeichert hat. Vollständig ist die Übersicht nicht, das schreibt OpenAI selbst dazu.
- Lösche einzelne Einträge oder wähle „Löschen und Erinnerung deaktivieren“.
- Lösche danach auch den Chat, in dem die Angabe vorkam.
- Stell heikle Fragen im temporären Chat und wähle vorher „Nicht personalisiert“. Er legt keine Erinnerung an.
Die Forscher sind über das Auskunftsrecht der DSGVO an die Daten gekommen, und das gilt in Österreich genauso. Bei OpenAI kannst du in den Datenkontrollen eine Kopie deiner Daten anfordern. Das dauert bis zu 7 Tage.
- Dash et al.: The Algorithmic Self-Portrait: Deconstructing Memory in ChatGPT (arXiv 2602.01450, Web Conference 2026) · abgerufen am 2026-10-26
- OpenAI Hilfe: Erinnerung in ChatGPT · abgerufen am 2026-10-26
- OpenAI Hilfe: Deinen ChatGPT-Verlauf und deine Daten exportieren · abgerufen am 2026-10-26
- t3n: Wie ChatGPT ungefragt psychologische Profile seiner Nutzenden anlegt (25. Oktober 2026) · abgerufen am 2026-10-26
- Pexels: Foto 11354240 von Towfiqu barbhuiya, Pexels-Lizenz · abgerufen am 2026-10-26
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Geprüft von Phil zuletzt am 27. Oktober 2026


