ChatGPT-Werbung nutzt bei uns keine alten Chats

Anderswo sucht ChatGPT Werbung auch nach alten Chats aus, bei uns vorerst nicht. Wer keine will, schaltet sie gratis ab, hat dann aber weniger Nachrichten.

ChatGPT22. Oktober 20263 Minuten Lesezeit

Am Mittwoch hat OpenAI genau beschrieben, wie ChatGPT seine Anzeigen aussucht. Eine eigene KI liest mit, fasst das Gespräch kurz zusammen und merkt sich dabei Dinge über mehrere Unterhaltungen hinweg. Schaut die Werbung also auch in deine alten Chats?

Grafik von OpenAI: ein Chatsymbol und ein Personensymbol führen mit Pfeilen zu einem gemeinsamen Kasten, darunter der englische Titel des Beitrags über das Werbesystem von ChatGPT
Bild: OpenAI

In Österreich vorerst nicht.

Ich habe mir dazu die Hilfeseite von OpenAI genau angesehen. Dort steht, dass es personalisierte Anzeigen im Europäischen Wirtschaftsraum und in der Schweiz zunächst nicht gibt.

ChatGPT zeigt inzwischen in 89 Ländern Werbung, in Österreich seit 24. August, und bei uns sucht OpenAI die Anzeigen vorerst nur nach dem Chat aus, in dem du gerade schreibst.

Hand hält ein Smartphone mit geöffneter ChatGPT-App, oben ein geteiltes Foto, darunter die Bildschirmtastatur
Foto: Solen Feyissa, Pexels

Dazu kommen nur noch Sprache und grober Standort.

Personalisierte Werbung bleibt in Österreich vorerst aus

Anderswo darf das System mehr. Wer dort die Personalisierung einschaltet, bekommt Anzeigen, die auch zu früheren Chats passen und zu dem, was sich der Chatbot in der Erinnerung gemerkt hat.

OpenAI erklärt das im eigenen Technikblog an einer Wanderung im Yosemite-Nationalpark. Wer erst die Tour plant, dann nach dem Wetter fragt und später nach einer Schuhmarke, dem zeigt das System womöglich Wanderschuhe. Gibt es nichts Passendes, kommt eben gar keine Anzeige.

Die Gespräche selbst sehen die Firmen nie.

Sie erfahren nur, wie oft ihre Anzeige gezeigt und angeklickt wurde. Bei Gesundheit, seelischen Problemen und Politik gibt es überhaupt keine Inserate.

Wen ChatGPT für jünger als 18 hält, der bekommt auch keine. Neu testet OpenAI eine Anzeige mit mehreren Bildern, die erscheint, während ChatGPT ein Bild für dich erzeugt.

Mehr dazu: ChatGPT Ads in Österreich: Start und Kosten

Werbung ausschalten im Gratisplan kostet Nachrichten

Wer gar keine Anzeigen sehen will, muss dafür nicht zahlen. In den Einstellungen gibt es den Punkt Werbeeinstellungen. Dort tippst du auf „Abo wechseln“ und wählst „Nachrichtenlimits verringern“.

Der Haken steht gleich dabei.

Du kannst dann weniger Nachrichten schicken, Bilder erzeugen geht nicht mehr, und auch die ausführliche Recherche fällt weg. Wird es knapp, blendet ChatGPT einen Hinweis ein, mit dem du zur Gratisfassung mit Werbeeinblendungen zurückkehrst. Werbung gibt es übrigens auch im günstigsten Bezahl-Abo, es heißt Go. Wer dort keine Inserate will, wechselt zurück in den Gratisplan oder gleich auf Plus.

Bleibst du bei der Gratisfassung mit Inseraten, kannst du jede einzelne über die 3 Punkte daneben ausblenden, melden oder nachsehen, warum sie dir gezeigt wird. In den Werbeeinstellungen lassen sich außerdem die Daten löschen, die für die Inserate gesammelt wurden.

30 TageSo lange bleiben deine Werbedaten noch auf den Servern von OpenAI, nachdem du sie gelöscht hast. Deine Chats sind davon nicht betroffen.

ChatGPT Plus und der temporäre Chat kommen ohne Inserate aus

Ganz ohne Einschränkung frei von Anzeigen sind nur die bezahlten Abos ab Plus. In meinem Plus-Konto gibt es den Punkt Werbeeinstellungen gar nicht, das habe ich am Donnerstag im Browser nachgesehen.

Für einzelne Fragen reicht auch der temporäre Chat. Er zeigt keine Anzeigen, und aus ihm wandert nichts in die Erinnerung.

KI kostenlos ohne Anmeldung: KIplatz läuft auf PCs der Community

OpenAI begründet die Werbung damit, dass sie den Gratiszugang mitfinanziert. KIplatz, die kostenlose KI-Alternative aus Österreich, geht einen anderen Weg. Die KI läuft auf den PCs von Mitgliedern, im Moment sind es 8.

Jeder weitere PC macht die Antworten für alle schneller.

KIplatz gehört der Community, kein Konzern steht dahinter, und es gibt keine Werbung und keinen Handel mit Daten. Für eine Frage brauchst du weder Konto noch Anmeldung, gespeichert wird sie nicht, und unter jeder Antwort stehen die Quellen.

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Geprüft von Phil zuletzt am 22. Oktober 2026