Alibaba erlaubt die Gratis-KI nur zum Testen

Wer sich Alibabas neues Bildmodell holt, bekommt durchsichtige Hintergründe gratis. Geld verdienen darf damit aber niemand ohne eigene Vereinbarung.

Bild & Video23. September 20262 Minuten Lesezeit

Die Firmenzentrale von Alibaba in Hangzhou, ein weiter Vorplatz vor einem Gebäude mit wabenförmiger weißer Fassade
Foto: Thomas LOMBARD, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Alibaba hat am 20. September ein neues Bildmodell gratis zum Herunterladen freigegeben. Es liefert Bilder mit durchsichtigem Hintergrund, ganz ohne Ausschneiden. Darf ein Betrieb in Österreich damit seine Produktfotos machen?

Nur nach Rückfrage in Hangzhou. Die Lizenz vom selben Tag lässt Forschung und Ausprobieren zu, für jede geschäftliche Verwendung verlangt der Konzern eine eigene Vereinbarung.

Qwen-Image-2.1 heißt das Werkzeug.

Eine Fotografin richtet im Studio eine Kamera auf ein Produkt auf einem weißen Tisch
Foto: Luis Quintero, Pexels, Pexels-Lizenz

Der durchsichtige Hintergrund kommt aus dem Modell selbst

  • Bilder mit durchsichtigem Hintergrund direkt aus der eingetippten Beschreibung
  • bis zu 10 Vorlagenbilder in einem Auftrag, etwa Person, Kleid und Schuhe zu einem Foto
  • ein Motiv aus einem vorhandenen Foto herauslösen und weiterverwenden

Ein Motiv ohne Hintergrund lässt sich auf ein Plakat, einen Aufkleber oder eine Speisekarte legen, ohne dass ein weißer Kasten mitwandert. Bisher brauchte es dafür ein Bildbearbeitungsprogramm und etwas Handarbeit. Wer die Dateien herunterlädt, rechnet am eigenen Gerät, die Fotos gehen an keinen Anbieter.

Die Vorgängerfassung stand noch unter einer Lizenz, die auch den Verkauf erlaubte. Seit dem 20. September gilt eine Forschungslizenz. Beim Nachlesen sind wir auf einen Widerspruch gestoßen: Im Schlussabsatz der eigenen Ankündigung empfiehlt der Hersteller das Werkzeug weiter für Onlinehandel und Gestaltung.

Darf ich das im Betrieb einsetzen?

30 von 100Betrieben in Österreich ab 10 Beschäftigten arbeiten mit KI. Keiner von ihnen darf das neue Gratis-Modell aus Hangzhou ohne eigene Vereinbarung geschäftlich einsetzen.

Die Zahl stammt aus der Erhebung von Statistik Austria über den Technikeinsatz in Unternehmen, Stand 2025. Ein Jahr davor waren es erst 20 von 100.

Erlaubt sind nach der Vereinbarung zwei Zwecke: forschen und ausprobieren. Begrenzt ist der Zweck, nicht die Stückzahl. Eine Zusage aus Hangzhou braucht, wer damit arbeitet:

  • Artikelbilder im eigenen Onlineshop
  • Aufträge für Kunden, auch nebenbei
  • Werbung, Verpackung oder Speisekarte im eigenen Betrieb

Die Anfrage dafür geht per Mail an den Anbieter, die Adresse steht in Punkt 2 der Lizenzdatei. Dort steht auch, was bei Streit gilt: chinesisches Recht und die Gerichte in Hangzhou. Wer sich nicht daran hält, verliert die Erlaubnis und muss die Dateien löschen.

Dieselbe Zeile gibt es bei jedem Modell auf Hugging Face. Bei Qwen-Image-2.1 lautet sie „qwen-research“, bei vielen anderen apache-2.0, und dann ist auch das Geschäft erlaubt. Ob man einem fertigen Bild später ansieht, aus welchem Werkzeug es stammt, haben wir schon einmal nachgemessen.

Mehr dazu: KI-Bilder verlieren ihre Kennzeichnung sofort

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Übernahme

Zahlen, Messwerte und Grafiken aus dieser Meldung dürfen mit Quellenangabe übernommen werden. Bitte in dieser Form: Quelle: KI-Alltag, kialltag.at. Über einen Link auf die Meldung freuen wir uns.

Grafiken in Druckgröße, die Rohdaten hinter den Messungen und Rückfragen zur Methode: kontakt@kialltag.at

Geprüft von Phil zuletzt am 23. September 2026